INTEGRATION ?

Refugees in GermanyIMAS-Report Nr. 4 /Nov. 2015
Integration? – Ob sie gelingt, steht vorerst in den Sternen. Wie hoch die politisch-psychologischen Hürden für das Zusammenwachsen sind, geht aus den Befunden einer Integrationsstudie des Münchner IMAS-Instituts hervor, die sich im Oktober in Form persönlicher Interviews (face to face) an rund 2000 Bundesbürger ab 16 Jahren richtete.

Die anfängliche Willkommenstrunkenheit in Regierungsstellen, Medien und bischöflichen Ordinariaten ist längst einer Katerstimmung gewichen. Die Spötter über Bedenken und Ängste vieler Bürger beginnen sich selbst zu fürchten vor einem Geschehen, das so ganz anders verläuft, als sie es gestern noch vermuteten und priesen. Was die Prediger eines multikulturellen Elysiums vor allem erschreckt, ist der wachsende Widerstand, der sich in der Bevölkerung gegen das Übermaß an Fremdheit zusammenbraut. Dabei ist das Unbehagen an den multikulturellen Tendenzen in Deutschland wie auch in Österreich und anderen europäischen Ländern schon seit einigen Jahren demoskopisch zu beobachten…

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Die Europäer aus Sicht der Deutschen

Verbundenheit der VölkerIMAS-Report Nr.3 / Mai 2015

ZUSAMMENRÜCKEN MIT WENIG FAMILIENGEFÜHL – Das Internationale Geschehen beeinflusst nicht nur die Wirtschaftslage und das soziale Wohlbefinden im eigenen Land, sondern auch die mentalen Beziehungen zu den anderen Staaten. Das geht aus einer aktuellen Untersuchung von IMAS – international hervor, die sich mit der Einschätzung der EU – Mitglieder durch die Deutschen beschäftigte.

Die zentralen Befunde aus der Repräsentativbefragung von 2000 Bundesbürgern lauten:

  • Die Deutschen tendieren in der krisenreichen Gegenwart zu einem engeren Zusammenrücken mit nahezu allen anderen europäischen Nationen;
  • Frankreich steht am höchsten in Kurs;
  • Im Öffentlichen Bewusstsein hat sich eine besonders starke Aufwertung der Nachbarländer vollzogen;
  • Trotz erhöhter Bereitschaft zur internationalen Zusammenarbeit ist von einem europäischen Familiengefühl und der Überzeugung einer gemeinsamen Identität mit anderen Ländern einstweilen wenig zu spüren. Der Eindruck einer Wesensähnlichkeit beschränkt sich auf die Bewohner sehr weniger Partnerländer und macht kaum Fortschritte.
  • Russland und Ukraine besitzen bei den Deutschen gleichrangig geringe Sympathien. Das Verhältnis zu Russland ist jedoch gespalten: Einerseits ist das Verlangen nach enger Zusammenarbeit mit Russland stark gesunken, auf der anderen Seite verfügt dieses Land bei den Deutschen über eine sehr hohen Stellenwert als Absatzmarkt…

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Buntheit ohne politischen Reiz

People profile heads. Vector background pattern.IMAS Report Nr.2/Februar 2015

Farben haben einen Signalcharakter für Parteien und Denkweisen. Wenn von den Schwarzen, Roten oder Grünen die Rede ist, weiß man, um wen es sich dabei handelt. Nun hat auch der Begriff „Buntheit“ Eingang in den politischen Diskurs gefunden. Er symbolisiert das Zusammenleben der einheimischen Bevölkerung mit zugewanderten Ethnien aus fremden Kulturkreisen und das Mit- und Nebeneinander einer multikulturellen Gesellschaft. Aber bewirkt die sozialpolitisch verstandene Buntheit bei den Deutschen tatsächlich die von den Verfechtern des Gesellschaftsmodells erhoffte Freudenstimmung? Die Ergebnisse einer vom Münchner IMAS – Institut durchgeführte demoskopische Nachschau widerlegen eine solche Annahme sehr deutlich.

Nur 13 Prozent der Bundesbürger sind der Meinung, dass Deutschland in den letzten Jahrzehnten infolge der Zuwanderung „bunter und schöner“ geworden ist. Eine mit 33 Prozent ungleich größere Gruppe hat das bedrückende Gefühl, dass die deutsche Lebensweise dadurch immer mehr verdrängt wird.

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Dresden: die verkannten Signale

Protestmarsch

IMAS Report Nr. 1/ Jan. 2015

Montagsproteste sind eher ein Ausdruck der Sorge als von Fremdenhass.
Die soziale Wirklichkeit sieht bisweilen erheblich anders aus, als es in der politischen oder medialen Deutung den Anschein hat. Das erweist sich mit ungewöhnlicher Klarheit am Beispiel der Dresdner Montagsdemonstrationen gegen die Islamisierung Europas, die ungeachtet ihrer Friedfertigkeit vielfach als Demokratie gefährdend eingestuft werden.
Welche Verbreitung die Woche für Woche in Dresden manifestierten Denkmuster in der Bevölkerung besitzen, geht aus den Ergebnisse einer Umfrage von IMAS – international hervor.

  • Personen, die im Umfeld vieler Zuwanderer leben, fühlen sich (im Verhältnis von
    14:26 Prozent) an ihrem Wohnort deutlich weniger wohl als solche, die nur wenige Fremde um sich haben.
  • Genau ein Drittel der Bevölkerung bekennt sich zur Meinung: „Die Zuwanderung verdrängt immer mehr die deutsche Lebensweise.“

Im letztgenannten Befund liegt sehr wahrscheinlich eine wesentliche Erklärung für den Erfolg der PEDIGA-Bewegung und den großen Zulauf zu ihren Aktionen, die im Grunde eher Frohnleichnamsprozessionen als Protestmärschen gleichen…

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Die kostümierte Fortschrittsfreude

KleingärtneridyllIMAS Report Nr. 7/ Nov.2014
Das täglich getrommelte Motto für die Zukunftsbewältigung lautet „Mehr Bildung“, „Mehr Innovation“, „Mehr Reformen“, „Mehr Elan“. Die Bevölkerung hat die Zauberformeln inzwischen gelernt und schlüpft willig in das angepriesene Kostüm. Aber werden die Deutschen der Erwartungshaltung von Fortschrittlichkeit auch gerecht? Die Ergebnisse einer Vitalitätsstudie des Münchner IMAS-Instituts sind ernüchternd.

Die empirische Gegenprobe besagt nämlich, daß die Bevölkerung die von ihr geforderte Fortschrittsgesinnung zwar deklamiert, sie aber nicht vollzieht. Deklamation und Realität sind sogar gegenläufig. Tatsache ist, dass sich die Deutschen in deutlich größerer Zahl als früher den „fortschrittlichen. modernen Menschen“ zuordnen, während ihre Berufsorientierung eine stark rückläufige Tendenz aufweist. Die Reformfreudigkeit hat sich um keinen einzigen Prozentpunkt erhöht und verharrt weiterhin an vorletzter Stelle des demoskopisch abgefragten Selbstverständnisses.

Es ist unverkennbar, dass die Bevölkerung trotz einer relativ häufig verkündeten Fortschrittsgesinnung alles in allem wenig Freude an Veränderungen und Reformen verspürt. Die Antworten auf eine Rahmenfrage der Vitalitätsstudie lassen vermuten, dass ein Verharren in der gegenwärtigen Lebenslage für einen respektablen Teil der Bevölkerung sogar eine gewisse Verlockung darstellen würde. Eine knappe Mehrheit von 41:38 Prozent ist jedenfalls mit dem, was man bisher erreicht hat, zufrieden.

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„Umfrage-Eisberge“

bedrohliche EisbergeMünchen, 17.Nov. 2014

Über den Niedergang der Informations-Qualiität und die Bedrohungen für eine seriöse Umfrage-Kultur. Reflexionen von IMAS-Chef Achim von Kirschhofer In einem Gastbeitrag für die Marketingzeitschrift W&V

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Schöne heile Umwelt?

 Idyllic summer landscape with mountain lake and AlpsIMAS Report Nr. 6/Oktober 2014

Urteilstrend zum Umwelt-Zustand: Jeder zweite Bundesbürger findet,  unserer Umwelt sei im Großen und Ganzen in Ordnung, lediglich jeder Dritte hält sie für ziemlich zerstört. Vor zwei Dekaden, im Jahr 1994 verhielt es sich noch genau umgekehrt: 55 Prozent erklärten die natürliche Umwelt damals für ziemlich zerstört, nur 27 Prozent gaben Entwarnung.

Das Urteil der Bevölkerung über die allgemeine Umweltsituation hat sich im Langzeit-Trend also deutlich aufgehellt. Zweifellos ist im Vergleichszeitraum der letzten 20 Jahre hierzulande viel zum Schutz der Umwelt unternommen worden: strengere Umweltauflagen für die Industrie, technologische Fortschritte bei der Verbesserung der Luft und Wasserqualität, nicht zuletzt der Ausstieg aus der Kernenergie und der Einstieg in erneuerbare Energien. All diese Entwicklungen scheinen zumindest das subjektive Gefühl einer insgesamt beruhigenden Gesamtlage gestärkt zu haben.

Fest steht indess, dass sich Bevölkerung in ihrem Urteil über die ökologische Allgemeinsituation von der zumeist dramatisierenden, medialen Berichterstattung zu diesem Thema beeinflussen lässt und deshalb sogar ins Negative übertreibt.
IMAS erkundigte sich bei den jeweils 2.000 Befragten ab 16 Jahren nämlich auch, wie sie den Zustand der Umwelt „hier in der Gegend“ beurteilen.
Fazit: Das Nahbild der persönlich erfahrbaren Natur war auch schon 1995 für eine relative Mehrheit (47:37 Prozent) der Deutschen in Ordnung. Inzwischen überwiegt der Anteil derjenigen, die die Umweltsituation in ihrer Gegend für unbedenklich halten, sogar mit 63:20 Prozent.

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Wohlstand als Fortschrittsbremse: DIE SCHLÄFRIGE NATION

Lethargic man yawning as he struggles to wake upIMAS Report Nr. 5/August 2014

Auf den ersten Blick liest es sich harmlos: 45 Prozent der Deutschen sind mit dem, was sie in ihrem Leben bisher erreicht haben, zufrieden; eine deutlich kleinere Gruppe von 37 Prozent zählt sich zu denen, die noch viele Pläne verwirklichen möchten. Brisanz bekommen diese vom Münchner IMAS Institut erhobenen Befunde, wenn man sie den Erkenntnissen des polnischen Partnerinstituts gegenüberstellt.

Demnach begnügen sich in Polen nur 18 Prozent der Bürger mit ihrer bisherigen Lebensleistung, 76 Prozent der Polen sind damit noch nicht zufrieden und möchten mehr erreichen. Zwischen den Zukunftserwartungen der beiden Nachbarländer liegen Welten.

Es liegt auf der Hand, daß die extrem unterschiedliche Stimmungslage vor allem auf die jahrzehnte-lange Wohlstandserfahrung der Deutschen zurückzuführen ist. Sie bieten aufgrund der Umfrage-befunde den Eindruck einer satten Nation, während die Antworten der Polen Aufholgesinnung signalisieren.

Das Meinungsklima in der Bundesrepublik hat den Vorteil, daß soziale Konflikte großen Stils nicht zu befürchten sind, jedenfalls aber in gemäßigter Form ausgetragen werden. Abgesehen davon ist Besorgnis angezeigt, denn eine Nation mit einem so ausgeprägten Sättigungsgefühl ist naturgemäß antriebslos, reformunwillig und risikoscheu. Ihr fehlen somit wichtige Voraussetzungen für die wirtschaftliche und wissenschaftliche Behauptung unter den sich ständig verschärfenden Wettkampfbedingungen in einer globalisierten Welt.

Am Eindruck geringer Fortschrittsdynamik ändert recht wenig, daß sich die Angehörigen der jungen Generation sehr deutlich von der übrigen Bevölkerung unterscheiden. Unter ihnen findet man nur 16 Prozent, die mit dem bisher erreichten zufrieden sind, 72 Prozent der unter 30jährigen Deutschen haben noch viel im Leben vor. Auch in diesem (annähernd vergleichbaren) Alterssegment haben die Polen die Nase vorn.

Im östlichen Nachbarland findet man in der jungen Generation nämlich nur 4 Prozent Zufriedener, 84 Prozent der jungen Polen sind voller Pläne und Erwartungen.

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13,5 Millionen sehnen sich nach mehr Kontakt

EinsamkeitIMAS Report Nr. 4/Juni 2014

Im Durchschnitt kommen die Deutschen pro Tag mit 14 anderen Menschen ins Gespräch, um sich über private oder berufliche Dinge zu unterhalten. Das ist deutlich mehr als vor 23 Jahren. Unverändert hoch ist dennoch der Anteil der Menschen, die sich mehr Kontakt zu Anderen wünschen.

Damals, so ermittelte das Münchner IMAS-Institut aus den Antworten von rund 2000 befragten Bundesbürgern, war die tägliche Kontakthäufigkeit noch auf 11 Personen begrenzt. Es liegt auf der Hand, dass die starke Zunahme des Gesprächsaustausches vor allem auf den Siegeszug der Mobiles zurückzuführen ist. Der auf die Gesamtbevölkerung bezogene Durchschnittswert verdeckt zunächst ein wenig die Tatsache, dass fast 30 Prozent der Erwachsenen im Grunde wenig Kontakt zur Außenwelt haben und pro Tag mit höchstens fünf anderen Menschen reden. Bei einer ähnlich großen Gruppe liegt die Zahl der Gespräche zwischen 6 und 10; insgesamt 37 Prozent berichteten über elf oder mehr Kontakte.

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Europa: Verblichener Glanz, verlorene Illusionen

Eurozeichen mit RostIMAS Polit Report Nr. 3/Mai 2014 – Die Deutschen haben, wie Umfragen aus den Nachkriegszeiten belegen, das Tor zur europäischen Einigung mit großer Freude und Hoffnungen durchschritten. Bereits der Schumann-Plan war von der absoluten Mehrheit der (west-) deutschen Bevölkerung begrüßt worden. Zu den ökonomischen Perspektiven gesellte sich ein starkes Harmonie- aber auch Schutzbedürfnis, im Umfeld des Kalten Krieges. (mehr …)