IMAS Report 04/Okt10: Einigkeit und Uneinigkeit der Deutschen über Deutschland
Es ist erstaunlich, wie das Leben in unterschiedlichen politischen und wirtschaftlichen Milieus die Denk- und Verhaltensweisen von Menschen langfristig beeinflussen kann. Nachweisen lässt sich dies anhand von aktuellen IMAS-Umfragen und Ergebnisvergleichen zwischen den beiden deutschen Teilbereichen West und Ost. Fazit: Die von der Geschichte gezogenen Furchen sind auch zwei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung in den alten und neuen Bundesländern noch deutlich zu erkennen. Dieser Sachverhalt hat Belang, sowohl für die politische, als auch die wirtschaftliche Praxis.








Im Strassenverkehr den anderen den Vortritt zu lassen, liegt nicht im Trend: Knapp jeder dritte deutsche Autofahrer ist bestrebt, möglichst wenig überholt zu werden. Vor 20 Jahren gab das nur etwa jeder fünfte Lenker zu Protokoll. Annähernd verdoppelt hat sich in den letzten zwei Dekaden hingegen der Anteil derjenigen, die im Kolonnenverkehr laut eigener Aussage prinzipiell versuchen, sich durch Lückenspringen nach vorne zu arbeiten.
Annähernd drei Viertel der Bundesbürger sind davon überzeugt, daß die wirtschaftliche Zukunft Deutschlands stark vom weiteren Schicksal der Europäischen Union abhängt. Lediglich 36 Prozent glauben angesichts der gegenwärtigen Situation, die EU-Mitgliedschaft sei gut für unser Land, während eine relative Mehrheit (38 Prozent) gegenteiliger Ansicht ist.
Furcht vor Ansturm aus dem Osten: Deutsche und Österreicher rechnen ab Mai mit einer Invasion von Arbeitssuchenden aus osteuropäischen EU-Ländern - Der Nutzen der Zuwanderung wird massiv bezweifelt - Österreicher reagieren auf die Liberalisierung des Arbeitsmarktes ganz besonders kritisch - Westdeutsche sind toleranter als Ostdeutsche.
Eine drastische Energieverknappung würde der Bevölkerung weh tun. Größter Schrecken: Erhöhung der Strom- und Treibstoffpreise. Verzichtsbereitschaft herrscht laut einer aktuellen IMAS-Umfrage am ehesten gegenüber Leuchtreklame und Kunststoff-Verpackungen.
„Manche Leute sagen, nach Japan wird alles anders". Damit meinen Sie eine grundlegend neue Einstellung zur Energiegewinnung, aber auch zu vielen anderen Problemen. Teilen Sie die Ansicht, dass nach dem Geschehen in Japan alles anders wird, oder glauben Sie, dass sich die Welt schon bald wieder so verhalten wird wie zuvor?“